Arne Hoffmann
Die 10 wichtigsten Argumente gegen die Frauenquote
In Zeiten, da unsere Medien den Eindruck erwecken, nur Hinterwäldler könnten sich gegen eine Frauenquote aussprechen und es gebe
für diese Haltung nur frauenfeindliche Ursachen, aber keine guten Argumente, sollte man vielleicht wenigstens die wichtigsten
Argumente gegen die Quote einmal kurz als Übersicht zusammenfassen:
1. Es ist unbestritten, dass wesentlich mehr Männer auf einen Führungsposten in der Wirtschaft aus sind als Frauen. Eine
Pari-pari-Verteilung stellt somit nur eine weitere Diskriminierung von Männern dar. Diese werden, etwa wenn es um die Einstellung
in eine Firma geht, inzwischen
ohnehin schon benachteiligt.
2. Bisher erkämpften sich Männer ihren Aufstieg durch Leistung (Überstunden, Wochenendarbeit etc.) - jetzt soll er Frauen
qua Geschlechtszugehörigkeit gegeben werden. Gewürdigt wird nicht mehr das Individuum, sondern das Kollektiv (männlich/weiblich).
Das widerspricht einem liberalen Gesellschaftsverständnis.
3. Eine Quote ist ein Eingriff des Staates in die Freiheit eines Unternehmers, seine Firma von den Menschen führen zu lassen,
die er am kompetentesten hält. Sein Eigentumsrecht wird beschnitten. Entsprechende Eingriffe führen Richtung Planwirtschaft,
und wohin dieses Experiment wiederum führt, haben uns vergangene Jahrzehnte gezeigt. Aus diesem Grund ist die Quote auch nicht
mit
Artikel 2, Abschnitt 1 des Grundgesetzes
vereinbar.
4.
Erfahrungen mit der
Quote in Staaten wie Norwegen
zeigen, dass sich diese Regelung vielfach destruktiv auswirkt: Sie führte zu einer Diskriminierung älterer Arbeitnehmer, dadurch
weniger sachkundigen Managern, infolgedessen einer schlechteren Performance der betroffenen Unternehmen, einem massiven
Karriererisiko für überforderte Frauen sowie dem Phänomen der sogenannten "Goldröcke": einem relativ kleinen Klüngel
von Frauen, die etliche Aufsichtsratsposten anhäufen, weil sich jede von ihnen mehrere davon unter den Nagel gerissen hat.
5. In der Debatte wird immer wieder eine Kinsey-Studie angesprochen, der zufolge Firmen mit mehr Frauen im Management eine bessere
Performance bieten. Übergangen wird, dass in dieser Studie explizit nur von einer Korrelation die Rede ist, nicht von einer
Kausalität. Und natürlich gibt es auch gegenläufige Studien, denen zufolge
ein höherer Frauenanteil
an der Spitze einer Firma mit einer schlechteren Performance verknüpft ist.
6. Das Argument, ein höherer Frauenanteil an der Spitze von Firmen sei auch für die Volkswirtschaft eines Landes von immenser
Bedeutung, lässt sich nicht halten,
wie man etwa am Beispiel der Schweiz sieht.
7. Die Forderung nach einer Frauenquote jetzt nicht nur in der Politik, sondern auch an der Spitze privater Unternehmen stellt
die Frage nach weiteren Quotierungen, die man dann "konsequenterweise" ebenfalls erfüllen müsste: Was spricht
gegen eine Schwulen-, Migranten- und Behindertenquote an der Spitze von staatlichen und privaten Organisationen - der Fairness
halber und weil das doch alles keine schlechteren Menschen sind? Was spricht gegen eine Frauenquote bei Schachmeisterschaften,
Jugend-forscht-Wettbewerben und anderen Bereichen, wo die Spitze bislang weit überwiegend männlich ist? Beim
Bundesverdienstkreuz
gibt es diese Quote ja schließlich auch schon, in Österreich wird sie für die Zulassung zum Medizinstudium
gefordert,
weil Frauen weit übermäßig an den dafür notwendigen Tests scheitern. Möchten Sie sich von einer Ärztin operieren lassen, die
diesen Job durch Quoten erhalten hat? Und wie weit ist es bis zur durchgequoteten Gesellschaft, in der Qualifikation überhaupt
nichts mehr zählt?
8. Die Quote schadet nicht zuletzt auch Frauen - weil ihnen von Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern immer wieder (und sei es
heimlich) unterstellt werden wird, nur per Quote auf ihre Position gehievt worden zu sein. Damit ist die Unterstellung verbunden:
Ohne massive Reglementierung von oben werden es Frauen nie zu etwas bringen. Und wie solen Frauen das auch lernen, wenn ihnen
die Notwendigkeit, sich im Konkurrenzkampf durchzusetzen, schlicht aus dem Weg geräumt wird?
9. Schon die derzeitige Diskussion über die Quote wird von einem massiven Männerprügeln begleitet. Unternehmer wissen, dass
sie angesichts des absehbaren Arbeitskräftemangels verstärkt weibliche Mitarbeiter anziehen müssen. Dementsprechend reißen
sie sich ein Bein aus, um Frauen mit den unterschiedlichsten Bonusleistungen anzuwerben: Betriebskindergärten, firmeninterne
Weiterbildung während der Elternzeit, flexible Arbeitszeitmodelle, Kinderbonuszeiten undsoweiter undsofort. In der
Quotendebatte wird das aber nicht gewürdigt, sondern immer noch das Bild vom unterdrückenden Mann gezeichnet, dem Patriarcharen,
der aufgrund einer tief in seiner Seele verwurzelten Abneigung gegen Frauen keine Vertreter des weiblichen Geschlechts
gleichberechtigt auf der selben Stufe neben sich dulden möchte. Damit ist schon die Quotendiskussion, so wie sie aktuell
verläuft, ein Schüren von Geschlechterhass. Dass jeder, der sich erdreistet, die Quote abzulehnen, erst recht als Frauenhasser
gebrandmarkt wird, wodurch die Debatte eines leichte Unwucht hin zum totalitären Meinungsverbot erhält, kommt dazu.
(Wie gut eine Frauenquote selbst in angeblich "patriarchalen" Diktaturen gedeiht, zeigt im übrigen das Beispiel
Ägypten.
10. Die Gruppe, bei der es um in dieser unsere Medien derzeit beherrschenden Diskussion eigentlich geht, liegt von ihrer
Zahl im
Promillebereich.
Es geht um die alleroberste Schicht unserer Gesellschaft. Medienthema Nummer eins sind also a) die Anliegen von Frauen und b)
die Anliegen der absoluten Elite. Im Gegensatz dazu habe ich in meinem Leben noch keine einzige Talkshow gesehen, die
thematisierte, dass geschätzte 90 Prozent der Obdachlosen Männer sind, woran das liegt und wie man das ändern könnte.
Medientabu Nummer Eins sind damit a) die Probleme von Männern und b) die Probleme der alleruntersten Schicht unserer
Gesellschaft. Das Volk soll darüber nachdenken: Was können wir mehr für Frauen/für die "Elite" tun. Das Volk
soll nicht darüber nachdenken: Was können wir für Männer/für die Verlierer in unserer Gesellschaft tun? Schon die Art,
wie hier Themen medial gesetzt bzw. nicht gesetzt werden, zeugt von einer kranken Geschlechterkultur.
Aufsätze:
Rezensionen: